Minderheiten und Integration - CReality

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Minderheiten und Integration

Sozio-kult. Wandel


Stimm- und Wahlrecht für alle, also auch für Ausländerinnen und Ausländer als Voraussetzung und Grant der gesellschaftlichen Intergration

Buchhinweise – Neuerscheinungen 2021:
Christian J. Jäggi:

Säkulare und religiöse Bausteine einer universellen Friedensordnung. Eine Zusammenschau.
Baden-Baden: Tectum 2021. 222 Seiten. ISBN 978-3-8288-4242-7
Preis: EUR 48.00, gebunden, auch als eBook.
Zum Inhalt:
Die Welt steht mehr denn je vor der Notwendigkeit, eine nachhaltige Friedensordnung zu entwickeln, in welche alle politischen, weltanschaulichen und religiösen Gemeinschaften eingebunden sind und die sie alle mittragen. Auf der Grundlage der vorangegangenen Bände, in denen säkulare Friedensvorstellungen sowie jüdische, christliche und islamische Friedenskonzepte analysiert wurden, stellt der vorliegende Band teils divergierende und teils übereinstimmende Friedensvorstellungen nebeneinander, untersucht sie auf Gemeinsamkeiten und arbeitet Prinzipien einer globalen transsäkularen und interreligiösen Friedensethik heraus.
Bestellungen bei creality@bluewin.ch - wir leiten Ihre Bestellung gerne an den Verlag weiter – oder direkt beim Verlag.
Dieser Band ist Bestandteil einer fünfbändigen Reihe:
-  Frieden, politische Ordnung und Ethik. Fragestellungen – Erklärungsmodelle – Lösungsstrategien (2018)
-  Bausteine einer politischen Friedensordnung im Judentum (2019)
-  Bausteine einer politischen Friedensordnung im Christentum (2020)
-  Bausteine einer politischen Friedensordnung im Islam (2021)
-  Säkulare und religiöse Bausteine einer universellen Friedensordnung – eine Zusammenschau (2021)
Gesamtprospekt der vollständigen Buchreihe hier.

Christian J. Jäggi:

Bausteine einer politischen Friedensordnung im Islam. Ethische Grundlagen.
Baden-Baden: Tectum Verlag 2021. 224 Seiten. ISBN 978-3-8288-4241-0
Preis:  EURO 48.00, gebunden., auch als eBook.
Zum Inhalt:

Eine globale Friedensordnung kann nur nachhaltig sein, wenn sie auf entsprechenden Wertvorstellungen und Normen begründet ist, die ihrerseits auf säkularen Friedenskonzepten und religiösen Friedens- und Heilsvorstellungen beruhen. Darum gilt es, friedenfördernde Seiten der Religionen und insbesondere auch des Islams herauszuarbeiten, zu vertiefen und theologisch zu reflektieren. In den meisten Fällen wird Gewalt nicht primär durch Religionen verursacht, sondern durch soziale Ungerechtigkeit, Armut, politische Konflikte und wirtschaftliche Ungleichheit. Allerdings wird Gewalt oft „religionisiert", also religiös oder theologisch legitimiert, instrumentalisiert oder gar mit Hilfe religiöser Argumente eskaliert. Der vorliegende Band thematisiert Fragen zu einer politischen Ethik und zu Friedensvorstellungen aus der Perspektive des Islams, insbesondere aus koranischer Sicht und vor dem Hintergrund der islamischen Tradition (Sunna).

Bestellungen bei creality@bluewin.ch, wir leiten Ihre Bestellung gerne an den Verlag weiter - oder direkt beim Verlag.

Buchhinweis:
Christian J. Jäggi:
Bausteine einer politischen Friedensordnung im Christentum. Ethische Grundlagen.
Baden-Baden: Tectum Verlag 2020. 327 Seiten. ISBN 978-3-8288-4240-3

Preis:  EURO 68.00, gebunden., auch als eBook.
Zum Inhalt:
Neben einer ganzen Reihe alter, ungelöster politischer Konflikte wie dem Palästinakonflikt, dem Afghanistankrieg, dem Bürgerkrieg in Syrien, dem Jemenkonflikt oder dem gespaltene Korea gibt es eine Vielzahl bewaffneter Auseinandersetzungen, eingefrorener Kriege oder drohender Konfliktherde wie die Ukraine, den Konflikt um den Iran, die Krisenherde im Sahelgebiet oder die Auseinandersetzungen im südchinesischen Meer, für die bis heute keine Lösung abzusehen ist. Nicht selten sind darin auch religiöse oder weltanschauliche Akteure verwickelt. Religionen können sowohl gewaltfördernd als auch friedensstiftend sein. Deshalb sollten insbesondere Friedensvisionen und gewaltlose Ansätze der Religionen Raum in der internationalen Politik erhalten. Der vorliegende Band trägt Friedensvisionen und politische Vorstellungen des biblischen Christentums zusammen und analysiert, diskutiert und hinterfragt neuere und neueste Texte der christlichen Kirchen sowie christlicher Theologinnen und Theologen zur Friedensthematik und zur politischen Ethik.  
Bestellungen bei creality@bluewin.ch, wir leiten Ihre Bestellung gerne an den Verlag weiter - oder direkt beim Verlag.


Buchhinweis:
Christian J. Jäggi:
Bausteine einer politischen Friedensordnung im Judentum. Ethische Grundlagen.
Baden-Baden: Tectum Verlag 2019. 310 Seiten. ISBN 978-3-8288-978-4239-7
Preis:  EURO 62.00, gebunden., auch als eBook.
Zum Inhalt:

In der heutigen Zeit haben aktuelle politische Fragen – wie etwa die Konflikte im Nahen Osten – häufig eine religiöse Dimension oder werden auch über die Religion ausgetragen. Eine globale Friedensordnung ist nur denkbar, wenn die großen weltanschaulichen Systeme, also auch die großen Religionen, einbezogen werden. Die großen Religionen haben auch einen wichtigen Beitrag an die Friedensthematik zu leisten. Der vorliegende Band analysiert, diskutiert und entfaltet schwergewichtig die Beiträge der jüdischen Tradition und besonders des jüdischen Schrifttums, also Tanach und Talmud, zu Fragen der Friedensordnung, zu einer übergreifenden politischen Ethik und zu Themen wie Krieg, Gewalt, Frieden und Versöhnung. Zur Sprache kommen neben den Schriften des antik-klassischen Judentums punktuell auch rabbinische Stellungnahmen, jüdische Autoren des Mittelalters und moderne jüdische Autoren.
Bestellungen bei creality@bluewin.ch, wir leiten Ihre Bestellung gerne an den Verlag weiter - oder direkt beimVerlag.

Buchhinweis:

Christian J. Jäggi:
Frieden, politische Ordnung und Ethik. Fragestellungen - Erklärungsmodelle – Lösungsstrategien
Baden-Baden: Tectum Verlag 2018. 214 Seiten. ISBN 978-3-8288-4238-0

Preis:  ca. EURO 48.00, gebunden., auch als eBook.
Zum Inhalt:

Diskussionen über aktuelle politische Fragen wie Krieg, Gewalt, Terrorismus, Geopolitik und Demokratie wurden lange Zeit sehr fachspezifisch geführt und befassten sich vor allem mit Aspekten der Friedens- und Konfliktforschung, politikwissenschaftlichen Theorien und Handlungsstrategien sowie demokratietheoretischen Fragestellungen.
Der vorliegende Band nimmt diese Themen auf und diskutiert sie vor dem Hintergrund einer übergreifenden Friedensethik und einer transnationalen politischen Ethik. Insbesondere werden Fragen der Globalisierung und ordo-politischer Vorstellungen, Möglichkeiten und Grenzen transnationaler Demokratie und Möglichkeiten einer globalen Friedensordnung thematisiert. Im Zentrum stehen dabei Fragen der Menschenrechte, der Solidarität und Sicherheit, der sozialen Gerechtigkeit und persönlichen Freiheit sowie der politischen Partizipation.
Gefordert werden ein neuer Umgang mit Macht, Verletzlichkeit und Gewalt sowie eine erneute Diskussion über einen demokratischen Weltstaat.
Bestellungen bei creality@bluewin.ch, wir leiten Ihre Bestellung gerne an den Verlag weiter - oder direkt beim Verlag.


Buchhinweis:
Christian J. Jäggi:
Migration und Flucht - wirtschaftliche Aspekte, regionale Hot Spots, Dynamiken, Lösungsansätze.
Wiesbaden: Springer Gabler Verlag 2016. 125 Seiten. ISBN 978-3-658-13147-0
Preis:  ca. CHF 36.-, ca. EURO 35.-, br., auch als eBook.
Inhalt:

Dieses Fachbuch ordnet die hochaktuelle Fluchtthematik in größere theoretische Zusammenhänge ein. Dabei werden die wichtigsten globalen Fluchtbewegungen und Migrationsrouten und regionale Hot Spots skizziert, und zwar aus europäischer und insbesondere aus schweizerischer Sicht. Für Migration und Flucht gibt es ökonomische Ursachen, aber auch Krieg, Gewalt und Naturkatastrophen führen dazu, dass eine wachsende Zahl von Menschen ihre Heimat verlässt. Neben Fragen des Überlebens sind oft auch der Wunsch nach einem besseren Leben die Motivation dazu. Im Gegensatz zu früheren Darstellungen der Migrationsforschung geht der Schweizer Autor Christian J. Jäggi nicht von linearen Migrationsverläufen, sondern von gleichzeitigen, bilokalen Lebensformen aus. Die ökonomischen Implikationen von Migration und Flucht sowohl für die Migranten als auch für die Herkunfts- und für die Einwanderungsländer werden dargestellt. Zudem werden internationale und globale Strategien und Lösungsansätze analysiert.
Im Einzelnen geht es um folgende Punkte:

  • Globale Fluchtbewegungen und Migrationsrouten

  • Flucht- und Migrationsgründe

  • Transnationalität als Lebensform

  • Partizipation als Fortsetzung der Integration

  • Lösungsansätze

Bestellungen direkt an den Verlag: springerDE-service@springer.com oder bei uns: creality@bluewin.ch, wir leiten Ihre Bestellung gerne an den Verlag weiter.



Analyse


In jeder Gesellschaft gibt es integrative und desintegrative Tendenzen. In Gesellschaften mit desintegrativen Entwicklungen driften die einzelnen gesellschaftlichen Subgruppen und Minderheiten stärker auseinander. Sie verfügen über wenig Instrumente und Möglichkeiten, ihre Konflikte untereinander auszutragen. Die Institutionalisierung wird schwächer und damit verringern sich die Aushandlungs- und Lösungsmöglichkeiten bei Konflikten, und im Extremfall können sich einzelne Gruppen oder Minderheiten mehr oder weniger weitgehend von der Gesellschaft isolieren,
was zu problematischen und meist unerwünschten Folgen führen kann, wie zum Beispiel  zur Entstehung von Parallelgesellschaften, zur Marginalisierung einzelner Quartiere oder Gegenden, zur Ausgrenzung bestimmter Gruppen oder zu Ghettobildungen.

Dagegen bewirken integrative Entwicklungen in der Regel, dass die einzelnen Menschen und Bevölkerungsgruppen häufiger und besser miteinander kommunizieren, der soziale Zusammenhalt wächst und die gesellschaftliche Kohärenz nimmt zu.


Doch wie sehen das die Angehörigen von Minderheiten?

Nach Meinung von Bernhard Nauck (2008:109) stellen sich Angehörige von Minderheiten  zwei Fragen: „,Wird es als wertvoll erachtet, die kulturelle Identität und kulturelle Charakteristika aufrecht zu erhalten?’ und ‚Wird es als wertvoll erachtet, Beziehungen zu anderen Gruppen zu unterhalten’" (Nauck 2008:109). Und je nachdem, wie die Antworten auf diese beiden Fragen lauten, sind vier verschiedene Verhaltensmuster bei den Migranten möglich:
„- Integration ist eine Strategie, bei der Schlüsselcharakteristika der Herkunftskultur erhalten und gleichzeitig relevante Aspekte der Aufnahmegesellschaft erlernt und übernommen werden. Wenn dies erreicht wird, resultiert dies in einer Doppel-Integration in zwei möglicherweise stark unterschiedlichen sozialen Kontexten.
- Assimilation ist eine Strategie, bei der die Herkunftskultur zugunsten der Übernahme der Kultur der Mehrheits-Bevölkerung der Aufnahmegesellschaft aufgegeben wird.
- Separation ist eine Strategie, bei der alle Charakteristika der Herkunftsgesellschaft aufrecht erhalten und Kontakte zu den Mitgliedern der Mehrheits-Bevölkerung in der Aufnahmegesellschaft vermieden werden und die deshalb zu sozialer Segmentierung führt.
- Marginalisierung ist eine Strategie, bei der die Akteure sowohl die Kultur der Herkunftsgesellschaft als auch die der Mehrheits-Bevölkerung der Aufnahmegesellschaft ablehnen und die Anomie zur Folge hat" (Nauck 2008:109/110).


Staaten sind in der Lage, die Rahmenbedingungen und Voraussetzungen für eine Integration entweder gezielt oder ohne direkte Absicht so zu erschweren, dass die Kosten für die Migrierenden so hoch werden, dass durch die Migration desintegrative  Tendenzen im Einwanderungsland verstärkt werden.

Christian J. Jäggi hat seit langem ein Integrationskonzept vertreten, das aus drei Faktoren besteht: Der vertikalen Integration, der horizontalen Integration und der Akzeptanz durch die einheimische (Mehrheits-)Bevölkerung.

Eine Minderheit weist eine hohe vertikale Integration auf, wenn sich ihre Mitglieder auf der sozialen Schichtskala – z.B. gemessen am Einkommen oder an der beruflichen Stellung. ähnlich verteilen wie die Gesamtbevölkerung. Die horizontale Integration einer Gruppe ist dann hoch, wenn sie über alle von ihr gewünschten und benötigten sozio-kulturellen Angebote, Netzwerke und Infrastruktureinrichtungen verfügt. Und der dritte Integrationsfaktor – die Akzeptanz durch die Mehrheitsbevölkerung – zeigt sich in einer positiven Grundhaltung zur betreffenden Minderheit, oder – negativ formuliert – in der Abwesenheit von fremdenfeindlichen oder rassistischen Vorurteilen und Diskriminierungen gegenüber der betreffenden Gruppe.

Wichtig ist dabei, dass die Integration immer ein Prozess ist, der entweder in Richtung grösserer Integration oder in Richtung wachsender Desintegration gehen kann.

Laut dem Haager Programm der EU umfasst Integration von Migrierenden folgende Punkte:
1)  Einen gegenseitigen Prozess, an welchem sowohl die Migrierenden als auch die einheimische Bevölkerung beteiligt sind;
2) Bemühungen zum Abbau von Diskriminierungen;
3) Positive Grundhaltung zu den Grundwerten der säkularen Gesellschaft und zu den Grundrechten;
4) Entwicklung von Fertigkeiten und gesellschaftlicher Partizipation; und
5) Vielfältige interkulturelle Interaktionen und interkultureller Dialog zwischen allen Menschen (vgl. Düsener 2010:32).

Lösungsansätze

Somit ist Integration nicht ausschliesslich und nicht einmal primär in humanitäres Anliegen, sondern eine staatspolitische Aufgabe. Oder mit den Worten von Walter Kälin (2003:144): „Integration ... ist ständige Aufgabe jeden Staates".

Kein Land kann es sich auf die Dauer leisten, 5, 10 oder 20% der Bevölkerung vom politischen Prozess auszuschliessen. Um Ghettoisierungstendenzen oder Parallelgesellschaften zu vermeiden, braucht es nicht weniger politische Rechte für die Ausländer/innen, sondern mehr. Deshalb wird man nicht darum herum kommen, allen hier lebenden Menschen das umfassende Stimm- und Wahlrecht zu gewähren.

Im Sinne von Peter Verhaege (2009:132) sollte eine kohärente Integrationspolitik auf die Achtung und Durchsetzung der Grundrechte, die Gleichberechtigung und Chancengleichheit und auf möglichst weitgehende Partizipation ausgerichtet sein.



Angeführte Literatur

Düsener, Kathrin
2010: Integration durch Engagement? Migrantinnen und Migranten auf der Suche nach Inklusion. Bielefeld: transcript Verlag.
Kälin, Walter
2003: Grundrechte ind er Einwanderungsgesellschaft: Integration zwischen Assimilation und Multikulturalismus. In: Wicker, Hans-Rudolf / Fibbi, Rosita / Haug, Werner (Hrsg.): Migration und die Schweiz. Ergebnisse des nationalen Forschungsprogramms „Migration und interkulturelle Beziehungen“. Zürich: Seismo.
Nauck, Bernhard
2008: Akkulturation: Theoretische Ansätze und Perspektiven in Psychologie und Soziologie. In: Kalter, Frank (Hrsg.): Migration und Integration. Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie. Sonderheft 48/2008. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
Verhaeghe, Peter
2009: Trends zu einer kohärenten europäischen Migrationspolitik? In: Gerth, André / Holz, Johannes / Franken-Wendelstorf, Regina (Hrsg.): Flucht und Migration in und aus Afrika. Herausforderungen und Chancen für Politik und Kirche. München: Don Bosco Medien GmbH.

Weiterführende Texte
Jäggi, Christian J.
2014: Integration und Partizipation. LE I 32. 38 Seiten. Meggen: Inter-Active.
Bezugsadresse: creality@bluewin.ch.


   

 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü